Hula - Tanz aus Hawaii

"Hula is the language of the heart
and therefore the heartbeat of the Hawaiian people."
David Kalâkaua, King of Hawai`i, 1874 to 1891
Viele hat der Ruf der Ukulele nach dem Urlaub auf Hawaii erwischt

Wenn sich weiße Mitteleuropäer zu Hawaii-Songs geschmeidig in den Hüften wiegen und mit feiner Gestik die Heldengeschich­ten der Südsee nacherzählen, kann das so leicht aussehen, als hätte schon der Großvater Mondnächte auf Maui durchgetanzt. Jedenfalls, wenn man sich zuerst die Fortgeschrittenen­Hulatänzer der Tanzschule Traumtänzer anschaut. Im Workshop für Anfänger wird dann aber die dunkle Ahnung bestätigt, dass alles, was mit Tanz- und Koordinationsvermö­gen zu tun hat, furchtbar schwer in leichte Bewegung zu überset­zen ist. Und dass der eigene Großvater eher die ostwestfälische Scholle umgegraben hat, als sich mit Hula-Auana-Schritten zu entspannen. Aber auch trotz des eher bescheidenen Erfolgs der ersten Stunde - nicht umgekippt, eine Schrittfolge kombiniert und dabei niemanden verletzt - kann man mit den Blumen im Haar und den nach jungem Elvis klingenden Songs verstehen, warum sich die Damen und Herren einmal in der Woche in die Blumenshorts und Raschelröcke werfen. Und man muss Traumtänzer-Mitarbeiter Miron einfach glauben, wenn er versichert, dass er selber auch erst seit September vergangenen Jahres Hula tanzt. Nach dem Besuch einer Halau, der traditionellen Tanzschule auf Hawaii, fand er in Berlin zuerst keine Gleichgesinnten. Und auch wenn der Hula kein Paartanz ist, wollte Miron doch nicht mehr allein vor dem Spiegel die Hüfte keisen. Und er hatte Glück, zu seinem ersten Workshop kamen die leidenschaftlichen Berliner Hula-Tänzer Una, Thomas, Merl und Sabine sowie talentierte Neueinsteigerinnen wie Walburga. Sie alle hat der Ruf der Ukulele mehr oder weniger nach Urlauben auf Hawaii erwischt. Seit dem Frühjahr treffen sie sich in der Fortgeschrittenengruppe, treten zusammen auf und versuchen Nachwuchs aus den Workshops vom Hula zu überzeugen. Dort geben sie auch den Hintergrund des Tanzes weiter, die mündliche Überlieferung der Stammes- und Abenteuerge­schichten der Südsee. Dabei wird viel gerudert, Berge werden hoch- und runtergelaufen, es gibt Wind und Wellen, Liebesdramen, und über allem hängt der große Mond. Was es allerdings beim Hula nicht gibt, ist der Bastrock. "Das ist eine Hollywood-Erfindung", sagt Una, die beruflich original amerikanische Torten backt und seit zwei Jahren Hula tanzt. "Aber den Blumenkranz, den Lei, gibt es auf jeden Fall, der ist sogar besonders wichtig, dort sammelt der Tänzer göttliche Energien während des Tanzes."

Iris Braun, Tip Magazin
Hula-Berlin.de

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